Beim Surfen hinterlassen Sie Spuren. Die IP-Adresse ist eine davon. Hier erfahren Sie, was privates Surfen, ein Proxy, ein VPN und der Tor Browser leisten und wo ihre Grenzen liegen.
Beim Aufruf einer Webseite wird Ihre öffentliche IP-Adresse übertragen. Dazu kommen Informationen, die Ihr Browser mitsendet, etwa seine Sprache und technische Angaben zum verwendeten Browser. Cookies, angemeldete Benutzerkonten und die Kombination von Gerätemerkmalen können ebenfalls dazu beitragen, Besuche wiederzuerkennen.
Eine andere IP-Adresse allein macht Sie deshalb nicht automatisch anonym. Wenn Sie sich beispielsweise bei einem Dienst anmelden, kann dieser Ihren Besuch weiterhin Ihrem Konto zuordnen. Auch Angaben, die Sie selbst in ein Formular schreiben, bleiben persönliche Informationen.
Ein privates Fenster hilft vor allem auf dem eigenen Gerät: Der Browser bewahrt den Verlauf und die für diese Sitzung angelegten Cookies normalerweise nicht dauerhaft auf. Bereits heruntergeladene Dateien und gespeicherte Lesezeichen bleiben jedoch erhalten.
Ihre öffentliche IP-Adresse wird dadurch nicht verborgen. Webseiten sowie der Betreiber Ihres Netzwerks können weiterhin Verbindungen erkennen. Der private Modus ist praktisch an einem gemeinsam genutzten Computer, ersetzt aber kein Werkzeug zum Verbergen der IP-Adresse.
Ein Proxy vermittelt Anfragen zwischen Ihrem Browser und der Webseite. Die Webseite sieht dann in der Regel die IP-Adresse des Proxys. Welche Verbindungen darüber laufen und ob die Verbindung zum Proxy verschlüsselt ist, hängt von dessen Art und Ihren Einstellungen ab.
Ein VPN baut eine verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Gerät und einem VPN-Server auf. Je nach Einrichtung wird darüber der gesamte Internetverkehr oder nur ein Teil davon geleitet. Die aufgerufenen Dienste sehen dann die öffentliche IP-Adresse des VPN-Servers.
In beiden Fällen vertrauen Sie einem zusätzlichen Betreiber. Ein VPN schützt die Verbindung bis zu seinem Server, macht Webseiten aber nicht automatisch vertrauenswürdig. Verwenden Sie weiterhin HTTPS und prüfen Sie den Anbieter sorgfältig. Beliebige öffentliche Proxys sind für vertrauliche Anmeldungen keine gute Wahl.
Der Tor Browser leitet seine Verbindungen über mehrere Stationen im Tor-Netzwerk. Beim normalen Webseitenaufruf sieht die Zielseite die IP-Adresse einer Tor-Austrittsstation. Zusätzlich reduziert der Browser einige Möglichkeiten, Nutzer anhand ihrer Browsereinstellungen wiederzuerkennen.
Das kann mehr Zeit kosten als eine direkte Verbindung. Auch Tor garantiert keine vollständige Anonymität: Persönliche Anmeldungen, selbst preisgegebene Informationen oder unvorsichtig geöffnete Downloads können den Schutz einschränken. Installieren Sie keine zusätzlichen Erweiterungen und halten Sie den Browser aktuell.
Der Tor Browser schützt seine eigenen Verbindungen. Andere Programme auf Ihrem Computer verwenden dadurch nicht automatisch ebenfalls Tor.
Weitere Informationen: Tor und privater Browsermodus • Privater Modus bei Firefox • Tor Browser sicher verwenden